Entgrenzungs- und Neueingrenzungstendenzen im Städtischen

Innere Ränder
TU Berlin
Prof. Dr.-Ing. Angela Million
Jürgen Höfler
Tim Nebert
Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen

Gegen­stand des Master­pro­jektes sind Grenzen von Nach­bar­schaften als hoch­dy­na­mi­sche Orte der Aushand­lungs­pro­zesse im Urbanen. Die Dialektik und Gleich­zei­tig­keit von Entgren­zungs- und Neuein­gren­zungs­ten­denzen ist heute speziell im städ­ti­schen Raum zu beob­achten. Auf unter­schied­lichsten Maßstabs­ebenen werden Räume umstruk­tu­riert, Zuschrei­bungen geän­dert und Akti­vi­täts­felder ange­passt. Grenzen werden in diesem Zusam­men­hang nicht als natur­ge­geben verstanden, sondern unter­liegen einer fort­schrei­tenden Trans­for­ma­tion, werden sozial „produ­ziert“, in den alltäg­li­chen Raum „einge­schrieben“ und poli­tisch „imple­men­tiert“.

Ziel des Master­pro­jektes ist es, einen neuen Umgang mit Nach­bar­schaften und ihren Grenzen im urbanen Raum zu finden, diese als Membran in der Stadt umzu­deuten, neue Wege der Inwert­set­zung aufzu­zeigen und narrativ-kommu­ni­ka­tive sowie entwurf­lich-gestal­te­ri­sche Lösungs­sze­na­rien auf unter­schied­li­chen Maßstabs­ebenen zu entwi­ckeln. Die Nach­bar­schaften als soziale Einheit und das Quar­tier als räum­liche „Fassung“ dieser bilden den Unter­su­chungs­ge­gen­stand und Ausgangs­punkt der gemein­samen Diskus­sion. Berlin ist durch klein­räum­liche poly­zen­trale Entwick­lungs­dy­na­miken entschei­dend geprägt, wobei geklärt werden soll, was Kieze im Inneren zusam­men­hält und nach Außen abgrenzt.