Europa-Universität Venlo/Nettetal

Chancen für die Entwick­lung eines grenz­über­grei­fenden Stadtraumes
TU Dortmund
Prof. Dr. Othengrafen
Lukas Arntz
Fakultät Raumplanung

Mehr als ein Drittel der EU-Bürger lebt und arbeitet in Europas Grenzregionen. Diese Grenzen wirken sich mittel- und unmittelbar auf ihr Leben aus. Gerade in den grenzüberschreitenden Agglomerationen nutzt die Bevölkerung das vielfältige Angebot an Arbeitsplätzen und Dienstleistungen, Bildungsstätten, kulturellen Aktivitäten und Freizeiteinrichtungen beidseits der Grenze. Dazu zählen auch speziell auf Grenzräume ausgelegte Infrastrukturen und Angebote wie beispielsweise bilinguale Kindergärten, Ausbildungsstätten und Studiengänge. Die Pendlerbewegungen über nationale Grenzen hinweg zeugen dabei von einer intensiven funktionalen Integration dieser Räume (BMVBS 2011, 9).

Dies zeigt sich auch im Grenzgebiet zwischen Nettetal und Venlo. Vor diesem Hintergrund diskutiert die Landesregierung in NRW (zusammen mit der niederländischen Regierung) seit ca. 1 Jahr intensiver darüber, im Grenzgebiet eine Europa-Universität anzusiedeln, um (1) die Herausbildung eines grenzüberschreitenden Stadtraumes zu fördern und (2) die wissenschaftliche Kooperation beider Länder auszubauen (bislang gibt es in Venlo die Fontys Venlo University of Applied Sciences, an der auch viele deutsche Student*innen eingeschrieben sind).

Ziel des Master-Entwurfs ist es – in enger Abstimmung mit der Praxis (Stadtplaner*innen und Politiker*innen der Stadt Nettetal und des Kreises Viersen und ggf. auch Landespolitikern) – die Chancen für die Entwicklung eines grenzübergreifenden Stadtraumes durch eine Europa-Universität Venlo/Nettetal zu analysieren. Für die Planung und Ansiedlung einer möglichen Europa-Universität (und eines ggf. anschließenden Hochschul-Stadtteils) im Grenzgebiet zwischen Nettetal und Venlo sind insgesamt folgende Arbeitsschritte vorgesehen:

  • Potenzialflächenanalyse möglicher in Frage kommender Standorte
  • Analyse weiterer Bedarfe (Wohnen, Dienstleistungen, Gewerbe), die im Rahmen eines ggf. neu zu realisierenden Hochschulstandortes relevant sind; hier wird der Auswertung statistischer Daten aber auch der Durchführung von Interviews mit Entscheidungsträgern (in Deutschland und den Niederlanden) eine hohe Bedeutung beigemessen
  • Entwicklung städtebaulicher Konzepte (z.B. strategischer Rahmenplan, städtebaulicher Rahmenplan, städtebauliches Entwurfskonzept etc.
  • Entwicklung eines städtebaulichen Rahmenplans und eines städtebaulichen Entwurfskonzeptes etc.