Sozio-ökono­mi­sche Heraus­for­de­rungen in der Stadt
Universidad Politécnica de Madrid
Prof. Eva Álvarez de Andrés
Departamento de Urbanística y Ordenación del Territorio Escuela técnica Superior de Arquitectura de Madrid

Nach 30 Jahren hegemonialen Neoliberalismus haben die Ungleichheiten und der Ausschluss nur noch zugenommen (BM, 2016). Die Logik des globalen Marktes, die durch spezifische Politiken in lokalen Kontexten verwurzelt ist, hat Millionen von Familien auf der ganzen Welt obdachlos gemacht (García-Lamarca & Kaika, 2016; Rolnik, 2018; Álvarez et al., 2019). Diese Realität hat die Staats- und Regierungschefs dazu veranlasst, die New World Urban Agenda (UNO, 2017) zu ratifizieren und anzuerkennen, dass die Zunahme von Ungleichheiten und das Fortbestehen vielfältiger Formen der Armut zu den wichtigsten Herausforderungen der Städte im 21. Soziale Ausgrenzung spiegelt sich im Raum wider und erzeugt physische, soziale und wirtschaftliche Grenzen.

In diesem Zusammenhang ist es dringend erforderlich, eine kritische Pädagogik von der Universität aus zu fördern, wobei davon ausgegangen wird, dass die Welt ein unvollendetes kollektives Projekt ist, dessen Entwicklung von unserer kritischen Fähigkeit, es in Frage zu stellen, und von unserem Engagement zu seiner Umgestaltung abhängt (Freire, 1998). Dies gilt auch für Schulen für Planung und Stadtplanung, die weithin in Frage gestellt werden, weil sie historisch als Kontrollinstrument im Dienste der etablierten Macht gedient haben (Dear 1981; Sevilla-Buitrago, 2008; Marcuse et al., 2009, Cabrera, 2015).

Daher wurde den Studierenden im Fach Sozioökonomische Analyse, das im Master-Studiengang in Stadt- und Raumplanung (MUPUT) gelehrt wird, vorgeschlagen, eine sozioökonomische Herausforderung der Stadt, verstanden als materielle oder immaterielle Grenze der Stadt, zu identifizieren, um einige der folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wie spiegeln sich Ungleichheiten, Armut und Ausgrenzung im Raum wider?
  • Welche materiellen oder immateriellen Grenzen werden gebildet?
  • Welche Praktiken und Politiken haben zu ihrer Gestaltung beigetragen?
  • Welche Auswirkungen haben sie auf die Ausgegrenzten und welche Kampfstrategien prägen sie?

Dazu wird der Student nach der Identifizierung der Herausforderung bei der Ausarbeitung eines theoretischen Rahmens sowie bei der Auswahl einer Fallstudie und dem entsprechenden Prozess der Informationssammlung und Analyse der Fallstudie begleitet, um schließlich Schlussfolgerungen zu den gestellten Fragen zu ziehen und diese bei der Sommerschule an der TU Berlin zu präsentieren.