Eine Vision für integrative und faire Nachhaltigkeitsübergänge in der Metropolregion Amsterdam (AMA)

Räum­liche Stra­te­gien für eine gerechte Stadt
TU Delft
Associate. Prof. Dr. Roberto Rocco
Luiz Marcos de Carvalho Filho
Urban Region Networks, Ruimtelijke Planning en Strategie

Städte und Stadtregionen in Europa und der ganzen Welt sind Anbieter von lebenswichtigen Ökosystemen für Entwicklung, soziale und technologische Innovation und menschlichen Fortschritt. Gleichzeitig aber verstärken die Städte die miteinander verflochtenen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen von heute und morgen. Darüber hinaus ist die Manifestation dieser Herausforderungen im städtischen Kontext aufgrund der sich vertiefenden sozioökonomischen und räumlichen Ungleichheiten sehr ungleichmäßig.

Sozioökonomische und räumliche Ungleichheiten untergraben die Kernziele des europäischen Projekts, nämlich den sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhalt, und das strategische Ziel der EU, ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu erreichen, während sie gleichzeitig die Unterstützung für populistische Bewegungen und eine Anti-EU-Stimmung fördern. Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Vorteile der Entwicklung spiegeln sich in der Stadtgeografie der Städte und Regionen wider. Entscheidend ist, dass verschiedene soziale Gruppen die Auswirkungen dieser Prozesse auf sehr unterschiedliche Weise erfahren. Die Erfahrung von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Stadt ist eng mit den Möglichkeiten und Beschränkungen verbunden, die städtische Räume, Strukturen und Infrastrukturen bieten.

Das WWU-Herbstsemester befasste sich mit diesen Herausforderungen, indem es Konzepte von Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in das sozio-technische Übergangsdenken integrierte, um Strategien für integrative, partizipatorische und faire städtische Umgebungen zu formulieren. Dies geschieht durch die Erforschung und Operationalisierung des Konzepts der räumlichen Gerechtigkeit, durch die Identifizierung der räumlichen Triebkräfte der Ungleichheit, durch die Aufstellung von Benchmarks für eine raumgerechte und umweltverträgliche Politik und Raumgestaltung, durch das Verständnis der menschlichen, technischen und natürlichen Systeme, die den so genannten Großraum Amsterdam ausmachen. Sie untersucht diese Systeme, um Wege zu finden, eine gerechtere und integrativere Politik für drei brennende Herausforderungen der Städte von heute zu entwerfen, von denen jede einen großen Einfluss auf die Ungleichheit und die sozial-räumliche Gerechtigkeit hat: 1) Klimawandel, 2) die Kommodifizierung von Wohnraum und 3) die Verlagerung der städtischen Wirtschaft.