Update der Leipzig Charta und Dynamik von Grenzen in Stadtplanung

Prozess und Steuerung
BTU Cottbus-Senftenberg
Prof. Dr. Silke Weidner
Tihomir Viderman
Fachgebiet Stadtmanagement

Akteure und Instrumente der Stadtplanung stehen vor Herausforderungen der zunehmenden Veränderung des urbanen Lebens. Diese spiegeln sich insbesondere in Dynamik und Gleichzeitigkeit von Entgrenzungs- und Begrenzungsprozessen, von denen der urbanisierte Raum geprägt wird: im Alltag, bei Begegnungen mit Bekanntem und Unbekanntem; bei Verwaltung und Steuerung der urbanen Prozesse, wie der stadträumlichen Gliederung im Spannungsfeld von Zentralität und Rand; bis hin zu politischen, sozialen und ökonomischen Anstrengungen resultierend aus erhöhten Anforderungen an Mobilität und Recht auf Differenz. Das Modul untersucht wie sich die stadtplanerischen Debatten und die Planungspraxis mit dieser dynamischen Landschaft von Entgrenzungs- und Begrenzungsprozessen verflechten. Dabei liegt der Untersuchungsfokus auf der Leipzig Charta von 2007, sowie der Struktur, den Bausteinen und dem Textentwurf zum Update der Leipzig Charta, das 2020 in Leipzig unter der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands von den zuständigen europäischen Bauministern verabschiedet werden soll.

Die Erstellung und der Inhalte der Leipzig Charta (2007 und Update 2020) werden untersucht und mit strukturierten Einblicken in die Stadtplanungspraxis ergänzt, um eine Dialektik zwischen, einerseits der Leipzig Charta einschließlich der Akteure, Prozesse und Debatten zur ihrer Erstellung und anderseits wissenschaftlichen und konzeptuellen Herausforderungen in Stadtplanung herzustellen. Dabei werden die Änderung der disziplinären Angelegenheiten, Denkweise und Prinzipien qualitativ betrachtet, insbesondere wenn es um das Verwischen und die Anerkennung der Grenzdynamiken geht.