Vom Wesen transitorischer Räume

Grenzen des Alltags
HS Coburg
Prof. Mario Tvrtković
Fachgebiet Städtebau und Entwerfen

Unser Alltag als ArchitektIn und PlanerIn ist von Grenzen geprägt. Einer der wichtigsten Themen hierbei ist die Aufteilung des Raumes in öffentlichen und Privaten Raum sowie die physische Gestaltung der Übergänge zwischen diesen zwei rechtlichen Kategorien des Raumes.
Eine Besonderheit stellen die transitorischen Räume dar. Räume die in allen Maßstäben zu finden sind und eine Eigenschaft von "sowohl als auch" in sich tragen. Dazu zählen Orte des Wartens (Foyers, Wartesäle etc) aber auch städtische Konstellationen mit besonderen Prägungen wie Häfen, Bahnhofsviertel, Umschlagplätze, Grenzübergänge etc. Häufig werden die räumlichen Grenzen in einem Quartier, Stadt oder Region mit weiteren Grenzen des Alltags wie politischen, sozialen, ethnischen oder religiösen Grenzen überlagert. Teilweise decken sie sich teilweise verlaufen diese Grenzen entlang der unsichtbaren Korridore.

Das Seminar nähert sich dem Thema auf mehreren Ebenen. Wir erarbeiten gemeinsam eine Sammlung der harten und weichen Grenzen und diskutieren deren Auswirkungen auf die Alltagspraktiken. Im zweiten Teil suchen wir nach konkreten räumlichen Beispielen für dynamische Grenzen im verschiedenen Maßstäben und zeigen deren Eigenarten und Charakteristika auf. Das Format ist diskursiv aufgebaut und lebt von Beteiligung und Teilnahme der Gruppe.