Temporäre Interventionen im öffentlichen Raum als Grenzgänger in Planungsprozessen?

Die Kraft des Perfor­ma­tiven
Bauhaus-Universität Weimar
Prof. Dr. Barbara Schönig
Uta Merkle
Professur Stadtplanung

Der „Echt­zeit-Archi­tektur-Wett­be­werb“ 72 Hour Urban Action zur Umge­stal­tung öffent­li­cher Räume in Jena-Lobeda, welcher im Mai 2019 seinen publi­kums­wirk­samen Höhe­punkt feierte, setzte sich die Ziele, lokale Akteur*innen zu vernetzen und neue Bezugs­punkte für das nach­bar­schaft­liche Zusam­men­leben in der Groß­wohn­sied­lung Lobeda im Rahmen einer „Stadt­pla­nung zum Mitma­chen“ und im krea­tiven Kontrast zu den „sonst so stati­schen und lang­wie­rigen Prozessen“ zu schaffen. Das mehr­fach erprobte, inter­dis­zi­pli­näre Format des „tactical urba­nism“ griff in seinen Selbst­be­schrei­bungen so Bilder auf, die viel­fach in aktu­ellen Zuschrei­bungen zu tempo­rären Inter­ven­tionen und Formaten perfor­ma­tiver Betei­li­gung im öffent­li­chen Stadt­raum zu finden sind.

Vor diesem Hinter­grund stellte sich das Planungs­pro­jekt des 5. und 7. Semes­ters des Bache­lor­stu­di­en­ganges Urba­nistik der Bauhaus-Univer­sität Weimar, von Master­stu­die­renden und inter­na­tio­nalen Austausch­stu­die­renden unter anderem der Frage, welchen Beitrag solche Formate im Vergleich zu Planungs- und Betei­li­gungs­pro­zessen, welche als starr, exklu­die­rend und statisch wahr­ge­nom­menen werden, leisten können, um verschie­dene Hürden in diesen zu über­winden. Mit Fokus auf den nahe­lie­genden, aktu­ellen Prozess in Jena, aber auch in Unter­su­chung verschie­dener Beispiele aus Städten wie Stutt­gart, Köln oder Bat-Yam, wurden Ansätze der perfor­ma­tiven Planung an der Schnitt­stelle von „Stadt­pla­nung, Kunst- und Kultur­pro­duk­tion“ aus stadt­pla­ne­ri­scher Perspek­tive unter­sucht und ihre Poten­tiale für die Stadt­ent­wick­lung ergründet.